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Die Einheitswährung: Der Euro   März 1998
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Wenn Ihnen ein Hemd in einem spanischem Geschäft gefällt, müssen Sie sich anstrengen den Preis in Pesetas umzurechnen. Noch bleibt Ihnen der Zweifel, welcher Wechselkurs angewandt wird und wieviel von Ihrem Girokonto abgebucht wird, wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte bezahlen. Diese Situation soll es in wenigen Jahren nicht mehr geben.

Die Zeit läuft. Ab dem Jahr 2002 könnten die europäischen Staaten dieselbe Währung haben: den Euro. Jedoch müssen die interessierten Staaten eine harte Prüfung bestehen. Ziel ist es, in den Staaten ähnliche Wirtschaftsverhältnisse zu schaffen. Die Prüfung heißt "Konvergenzplan". Die Richtlinien für diese Prüfung sind folgende:

1. Öffentliches Defizit. Das Bruttoinlandsprodukt kann 3% nicht übersteigen.

2. Inflation: Soll nicht mehr als 1,5% über dem Durchschnitt der drei Länder mit dem niedrigsten Preisindex des Niedrigstkonsums liegen.

3. Zinsatz oder Preis des Geldes: Ein Land kann nicht um zwei Punkte den Durchschnitt der drei Länder mit dem niedrigsten Zinssatz übersteigen.

4. Öffentliche Schuld: Die Gesamtverschuldung der Verwaltung eines Landes (Zentral, Autonome Regionen oder Gemeinden soll 60% des Bruttoinlandproduktes nicht übersteigen.

Zu diesem Zeitpunkt würde nur Luxemburg diese Prüfung bestehen. Aus diesem Grund müssen die am Euro interessierten Länder große wirtschaftliche Anpassungen vornehmen, die zum größten Teil unliebsame Maßnahmen sind.

 
VORTEILE EINER EINHEITSWÄHRUNG
 

1. In Spanien würde der Preis des Geldes sinken und die Kredite günstiger werden.

2. Ein Geldumtausch ist nicht mehr notwendig (damit auch die Zahlung teurer Kommissionen ), um sich in Europa bewegen zu können. Dieses bevorteilt den intereuropäischen Touristen, da die Komissionen für den An- und Verkauf von Devisen entfallen. Heutzutage würde ein Urlauber, der mit 1.000 Peseten Spanien verläßt und sie bei jedem Grenzübertritt innerhalb der Europäischen Union wechselt, durch die bezahlten Kommissionen mit nur 500 Peseten zurückkommen.

3. Die europäischen Firmen können Waren und Service mit derselben Währung kaufen und verkaufen ohne Risiko einer Schwankung.

4. Die Strukturen der europäischen Wirtschaft würden verbessert werden, was das Arbeitsplatzwachstum fördert.

5. Die Konditionen des Wettbewerbs mit dem Dollar oder Yen würden verbessert werden.

6. Die Devisenspekulanten könnten nun nicht mehr über den Wert des Geldes bestimmen. Die Idee des Euro erfreut nicht gerade die Banken und Sparkassen, da sie ein wichtiges Geschäft des Devisenmarktes verlieren und darüberhinaus ihr gesamtes Computersystem an die neue Währung anpassen müssen. Auch Spekulanten und Finanzvermittler sind nicht sehr erbaut, da sie heute mit den unterschiedlichsten Zinssätzen der verschiedenen Länder spielen und ihr Geschäft machen.

 
NACHTEILE DER EINHEITWÄHRUNG
 

1. Firmen und Bürger müssen die hohen Kosten der Vereinheitlichung der Währung tragen.

2. Banken und Sparkassen verlieren bedeutende Einnahmen durch die Vereinheitlichung der Zinsen.

3. Die Länder verlieren eine Wertigkeit bezüglich der Währung.

4. Sollten sich nur wenige Länder zusammenschließen, könnte Europa erneut in arme und reiche Länder gespalten werden.

5. Die Arbeitslosigkeit in Europa kann steigen, wenn die Gewerkschaften eine schnelle Gehaltsanpassung verzögern.

 
ZUSAMMENFASSUNG
 

Wenn alles gut geht, wird ein stabler wirtschaftlicher Rahmen mit einer gemäßigten Inflation geschaffen, der laut Europäischer Kommission 11 Millionen Arbeitsplätze in vier Jahren schafft. Auf jeden Fall muß man erst die zu überstehenden Prüfungen der Zukunft und die Einführung der Einheitwährung abwarten.

 
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