Die Einführung des Euro wird
mit Sicherheit das Gesamtbild des internationalen Währungssystems
revolutionieren. Bis jetzt spielten der Dollar und der japanische
Yen die Hauptrolle im Geschäftsverkehr zwischen Ost und
West. Trotzdem, die neue europäische Währung Euro
wird man in Zukunft im gleichen Atemzug mit Dollar und Yen
nennen.
Die Währung, die gegenwärtig
den internationalen Handel bestimmt, ist ganz klar der Dollar.
Schon fast die Hälfte der internationalen Transaktionen
wird mit diesen Devisen durchgeführt, gegenüber
den 15% des deutschen Handels. Auch unter finanziellen Gesichtspunkten
beherrscht der Dollar die Märkte. Schon mehr als 60%
der Rücklagen der Zentralbanken sind in dieser Währung
angelegt. Dem gegenüber stehen 20% in Währungen
der Europäischen Union.
Diese Währung wird von der Europäischen
Zentralbank unterstützt und wird sich in Zukunft in
eine oder zwei großen Devisen verwandeln und somit
unmittelbar die Vorherrschaft bedrohen, die der Dollar seit
dem zweiten Welkrieg genossen hat. Der Yen ist ebenfalls
eine sehr wichtige Währung, aber eher innerhalb des
asiatischen Raumes.
Denken wir einmal an die Menschen, die
diese Währung benutzen werden: Die Bevölkerung
der Europäischen Union beträgt etwa 290 Millionen.
Sie ist damit größer als die der Vereinigten
Staaten (268 Millionen) und Japan (124 Millionen). Das europäische
Bruttoinlandsprodukt wird etwa gleich dem enormen amerikanischen
und viel größer als das japanische sein. Bis
jetzt waren die europäischen Währungen auf einen
Devisenhandel untereinander begrenzt. Einige Analytiker
glauben, daß die sieben größten Industrienationen
(USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Deutschland,
Frankreich und Italien) eine Dreiergruppe bilden werden,
die die drei Zonen des Dollars, Yens und Euro einschließen.
Einige amerikanische Analytiker sind
der Meinung, daß der Euro den Dollar aus Teilen des
Handels verdrängen wird, andererseits glauben sie,
daß es für die Vereinigten Staaten von Vorteil
ist, auf ein stabiles Europa zu zählen, sowohl in politischer
als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
Andere Gelehrte meinen jedoch, daß
der Machtverlust des Dollars sich auch auf die politische
Macht übertragen wird und somit letztendlich die Macht
Amerikas reduzieren wird.
Hinsichtlich des brititschen Pfunds
ist zu sagen, daß es nicht bei der Einführung
des Euro dabei sein wird, und das wird nach Meinung der
Spezialisten, den britischen Firmen schaden. Beispiel dafür
ist die Firma Toyota, die darauf verzichtet, eine zweite
Motagefabrik in Großbritannien zu errichten.