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Die drei Währungen der Welt   September 1998
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Die Einführung des Euro wird mit Sicherheit das Gesamtbild des internationalen Währungssystems revolutionieren. Bis jetzt spielten der Dollar und der japanische Yen die Hauptrolle im Geschäftsverkehr zwischen Ost und West. Trotzdem, die neue europäische Währung Euro wird man in Zukunft im gleichen Atemzug mit Dollar und Yen nennen.

Die Währung, die gegenwärtig den internationalen Handel bestimmt, ist ganz klar der Dollar. Schon fast die Hälfte der internationalen Transaktionen wird mit diesen Devisen durchgeführt, gegenüber den 15% des deutschen Handels. Auch unter finanziellen Gesichtspunkten beherrscht der Dollar die Märkte. Schon mehr als 60% der Rücklagen der Zentralbanken sind in dieser Währung angelegt. Dem gegenüber stehen 20% in Währungen der Europäischen Union.

Diese Währung wird von der Europäischen Zentralbank unterstützt und wird sich in Zukunft in eine oder zwei großen Devisen verwandeln und somit unmittelbar die Vorherrschaft bedrohen, die der Dollar seit dem zweiten Welkrieg genossen hat. Der Yen ist ebenfalls eine sehr wichtige Währung, aber eher innerhalb des asiatischen Raumes.

Denken wir einmal an die Menschen, die diese Währung benutzen werden: Die Bevölkerung der Europäischen Union beträgt etwa 290 Millionen. Sie ist damit größer als die der Vereinigten Staaten (268 Millionen) und Japan (124 Millionen). Das europäische Bruttoinlandsprodukt wird etwa gleich dem enormen amerikanischen und viel größer als das japanische sein. Bis jetzt waren die europäischen Währungen auf einen Devisenhandel untereinander begrenzt. Einige Analytiker glauben, daß die sieben größten Industrienationen (USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien) eine Dreiergruppe bilden werden, die die drei Zonen des Dollars, Yens und Euro einschließen.

Einige amerikanische Analytiker sind der Meinung, daß der Euro den Dollar aus Teilen des Handels verdrängen wird, andererseits glauben sie, daß es für die Vereinigten Staaten von Vorteil ist, auf ein stabiles Europa zu zählen, sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Andere Gelehrte meinen jedoch, daß der Machtverlust des Dollars sich auch auf die politische Macht übertragen wird und somit letztendlich die Macht Amerikas reduzieren wird.

Hinsichtlich des brititschen Pfunds ist zu sagen, daß es nicht bei der Einführung des Euro dabei sein wird, und das wird nach Meinung der Spezialisten, den britischen Firmen schaden. Beispiel dafür ist die Firma Toyota, die darauf verzichtet, eine zweite Motagefabrik in Großbritannien zu errichten.

 
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