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Die Asienkrise    März 1999
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Die halbe Wirtschaftswelt befindet sich in einer Rezession oder beinahe (Japan un der Südosten Asiens, Rußland und seine europäischen Nachbarn, ein großer Teil Lateinamerikas). In der anderen Hälfte befinden sich die USA seit langer Zeit auf einem Höhepunkt, jedoch nur dank einer überbewerten Börse; Chin wächst, aber wesentlich langsamer als letztes Jahr un in der Europäischen Union (außer England) befindet sich die Wirtschaft im Aufschwung. Trotzdem ist es ein Aufschwung, den niemand ungleich nennen würde. Falls in den folgenden vier Monaten nichts Schlimmes passiert (hoffentlich nicht!), wird das weltweite Wachstum unter 2% liegen. 1999 wird sich die Last der halben Welt, die sich nicht im Wachstum befindet, bemerkbar machen und außer der anderen Hälfte, die einen Srung nach vorne machen wird, werden wir in eine weltweite Rezession geraten. Diejenigen, die im Moment von der Krise am wenigsten betroffen sind, sind die, die am meisten machen, um sie aufzuhalten.

Die neuesten Entscheiungen über Zinssätze in Amerika (durch die Fed) und in der Europäischen Union (durch die Bundesbank und ab Januar durch die Europäische Zentralbank) können Kritik hervorrufen. Das Wachstum in den Vereinigten Staaten von Amerika hängt von der Wallstreet ab. Die USA ist ein Land, das mehr als eine Billion Dollar Schulden hat (eine Billion mit 12 Nullen) und weniger als 0,6% seines Ertrages spart und trotzdem stürzt sich die Bevölkerung auf den Konsum. Warum? Weil die Neubewertung dre Börse in den letzten Jahren bewirkt hat, daß sie sich für reich und vertrauenswürdig halten. Angenommen diese Börse erleidet einen starken Kursverlust. In diesem Moment wäre die amerikanische Wirtschaft ein Riese mit einem Herzen, das sehr anfällig für einen Infarkt ist. Wenn Amerika weiter wächst, wird die Europäische Union allein das weltweite Wachstum nicht aufhalten können und ebenfalls einen Rückschritt erleiden.

Und Rußland? Rußland kann nichts tun, um die Krise zu stoppen. Es gibt aber eine Sache, die sie tun können, damit sich die Situation nicht verschärft: Eine Regierung bilden, die sich auf das Vertrauen des Volkes stützen kann. Ein Fehler Amerikas, der Europäischen Union oder Japans ist, daß sie sich abwenden von der Rezession, die im Ziusammenhang mit der Globalisierung entstehen kann.

Das letzte Mal als so etwas passierte, war zu Beginn des Jahrhunderts. Es begann mit einem Rückgang des Wachstums, Anstieg der Arbeitslosigkeit, Handelsbeschränkungen und führte zum Schluß zu Kriegen. Vielleicht sollten wir uns bewußt machen, daß die Globalisierung voran gebracht werden muß, allerdings geordnet, beginnend mit den Kapitalbewegungen, auf die sie sich bezieht.

Das Problem besteh darin, daß die Wirtschaft der einzelnen Lánder miteinander verbunden ist und daß das, was die eine Zone früher oder später betrifft, Rückwirkungen auf die andere Seite hat.

 
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