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Die elektronische Unterschrift   August 2000
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Spanien hat die Vereinigten Staaten in der Legalisierung der elektronischen Unterschrift überholt. Die spanische Regierung veröffentlichte im vergangenen Jahr (18.09.1999) ein Gesetz über die elektronische Unterschrift, in dem der Gebrauch dieses digitalen Systems für bestimmte kommerzielle und geschäftliche Operationen geregelt wird. Danach ist die elektronische Unterschrift voll rechtmässig.

Jetzt hat auch der amerikanische Senat mit absoluter Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das die elektronische der traditionellen Unterschrift gleichsetzt. Die Konsequenzen dieses Gesetzes werden revolutionär sein. Die elektronische Unterschrift wird bei allen Arten von Verträgen, Hypotheken und Versicherungen gültig sein. Ein einfacher Klick mit der Maus des Computers, nun mit gesetzlicher Rückendeckung, wird den elektronischen Handel in Bewegung setzen, dadurch kann man Geschäfte über tausende von Millionen Dollar per Internet abwickeln. Die elektronische Unterschrift wird die gleiche Gültigkeit haben wie die Namenszeichnung auf Papier.

Das Gesetz über die digitale Unterschrift wird unkalkulierbare Auswirkungen in der Geschäftswelt haben: Geschäftsleute können mit einem simplen Mausklick vom Büro aus oder von Zuhause mittels des Cyberspace Verträge über Millionen von Dollar unterzeichnen . Oder Verbraucher nehmen auf diese Weise eine Hypothek auf, um ein Auto oder ein Haus zu kaufen. Die einen wie die anderen unterschreiben, während sie vor ihrem Bildschirm sitzen.

Das Gesetz verstärkt ausserdem die Rechtmässigkeit der derzeit schon massiv ausgeübten Praktiken des elektronischen Versandhandels: Den Kauf jedweder Art von Gütern oder Service per Internet, von Ferien in der Karibik über Bücher, Filme und CDs bis zum Designersofa. Dieses Gesetz wird den elektronischen Handel verstärken und unterstüzen. In den USA beispielsweise hat es in den letzten zwei Jahren ein spektakuläres Wachstum auf diesem Gebiet gegeben.

Die Unternehmen der Vereinigten Staaten haben grossen Druck ausgeübt, um das Gesetz in Gang zu bringen. Sie sparen Milliarden von Dollar und unendliche Stunden, in denen sie sich mit Papierkram beschäftigen.

Der genehmigte Gesetzestext berücksichtigt auch, dass einige Privatpersonen beunruhigt sind. Er besagt, dass ohne ihr Einverständins kein Übereinkommen für ein Geschäft im Internet zustandekommt.

Wenn sie keine Einkäufe tätigen oder Verträge via Cyberspace abschliessen wollen, werden sie volles Recht haben, von ihren Gesprächspartnern Dokumente auf Papier und Unterschriften mit Tinte zu verlangen. Ausserdem werden alle Benachrichtigungen über Vertragsauflösungen oder -beendigungen weiterhin schriftlich kommuniziert werden. Zum Beispiel das baldige Ende einer Versicherungspolice, die Benachrichtigung, dass der Strom "abgedreht" wird oder das die Beendigung eines Mietverhältnisses.

Zusammenfassung: Die elektronische Unterschrift wird den Handel auf vielen Sektoren vergrössern. Momentan kann man schon ohne Probleme Reisen, Musik, Bücher, Eintrittskarten oder Blumen kaufen, Finanzgeschäfte tätigen und Sportangebote auswählen etc. Abgesehen davon werden wir aber auch weit wichtigere und grössere Geschäfte abschliessen können, z.B. ein Haus kaufen, einen Kredit beantragen oder ein Auto anschaffen, ohne uns aus dem Haus zu bewegen.

 
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