Nach den Sommerferien treffen wir
auf zwei besorgniserregende Nachrichten im europäischen
Wirtschaftspanorama. Zum einen ist die Währung des europäischen
Raums, der Euro, weiterhin schwach, zum anderen ist da die
Verteuerung des Erdöls.
Der Euro scheint seine Glaubwürdigkeit
in der Europäischen Union zu verlieren. Die neue Währung,
die von elf Ländern der Europäischen Union angenommen
wurde, verliert jeden Tag an Wert gegenüber den zwei
anderen grossen Währungen der Welt, dem Dollar und
dem Yen. In etwas mehr als 18 Monaten hat der Euro 26% des
Werts hinsichtlich des Dollars und 30% hinsichtlich des
Yen verloren. Ausserdem hat er der Euro 12,5% gegenüber
dem Pfund eingebüsst.
Die europäischen Länder dachten,
der Euro würde diesen beiden starken Währungen
gegenüber wettbewerbsfähig sein, doch in der Realität
hat es ganz anders ausgesehen.
Die Personan, die auf die amerikanische
Währung gesetzt haben, haben sowohl im vergangenen
als auch in diesem Jahr grosse Gewinne verzeichnet. Die
Amerikaner haben auf den europäischen Kapitalmärkten
eine ausgezeichnete Finanzierungsform mit sehr niedrigen
Zinsen vorgefunden. Bei der Zurückzahlung der Kredite
machen sie nocheinmal Gewinn, weil sie weniger Euros zahlen.
Die europäischen Länder müssen
Massnahmen ergreifen, um die Stärke des Euro wiederzuerlangen.
Die nordamerikanische Wirtschaft ist attraktiver für
Investitionen als die europäische. Der hauptsächliche
Vorteil des Wertverlusts des Euro sind die einfacheren Exporte,
gleichzeitig verteuert er aber die Einfuhr. Abgesehen davon
impliziert eine schwache Währung auf lange Sicht eine
sich verringerndere Kaufkraft der Europäer gegenüber
denjenigen Ländern ausserhalb der Europäischen
Union. Die Europäische Zentralbank hat zwei Handlungsmechanismen
zur Verfügung: Euros kaufen, den Zinssatz steigern
oder ein Kombination aus beiden Strategien.
Die kanarische Wirtschaft ist zudem
mit der britischen Währung verknüpft. Das Pfund
ist sehr stark, daher investieren die Briten gerne in den
kanarischen Tourismus. Aber man weiss nicht, was in der
Zukunft mit den Ländern geschieht, die nicht den Euro
als Währung übernommen haben (England, Schweden
und Dänemark).
Ein andere Thema, worüber die westliche
Wirtschaft besorgt ist, ist das Erdöl. Der Preis des
Barrel ist auf über 30 Dollar gestiegen.
Für die spanische Wirtschaft wird
das eine um einen halben Punkt steigende Inflation bedeuten,
eine Erhöhung des Zinssatzes um mindestens einen Punkt
und eine Schmälerung des voraussichtlichen Wachstums
des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr.
Negative Effekte auf Investitionen,
Gehälter und Beschäftigung sind ebenfalls möglich.
Die produzierenden Länder erschrecken
die westlichen Staaten angesichts der schlechten Erwartungen,
dass die Preise weiter steigen.
All das hat auch ersichtliche Auswirkungen
auf die kanarische Wirtschaft. Ein hoher Erdölpreis
bedeutet einen Anstieg der Flugpreise. Wenn man hierzu noch
die wirtschaftlichen Probleme der Länder addiert, die
uns Touristen schicken, können wir behaupten, dass
die Zukunft nicht gerade freundlich aussieht.
Die europäischen Länder müssen
über diese beiden wirtschatlichen Faktoren (Euro und
Erdöl) nachdenken, denn die Kombination von schwachem
Euro und teurem Erdöl kann auf lange Sicht wichtige
ökonomische Probleme verursachen.
Die Steigerung des Zinssatzes, die
die Europäische Zentralbank vorgenommen hat, scheint
nicht die Zauberlösung der Probleme des schwachen Euros
zu sein. Europa fällt es schwer, mit der nordamerikanischen
Wirtschaft zu konkurrieren, die zur Zeit wettbewerbsfähiger
und attraktiver ist als die Ökonomie in Europa.