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Die Einkaufszentren   Januar 2001
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Jahrhundertelang waren die öffentlichen Plätze Orte, an denen die Menschen sich trafen, sich unterhielten, wo es kulturellen Austausch, Festivals oder Paraden gab, wo man Sport trieb und wo sich auch der Handel entwickelte. Diese Plätze waren die bevorzugten Aufenthaltsorte der Menschen, so gibt es auch wunderschöne Plätze in spanischen Städten wie z.B. Madrid und Salamanca, die voller Historie und kulturellem und sozialem Leben sind.

In den letzten dreissig Jahren jedoch sind verstärkt die sogenannten Einkaufszentren eröffnet worden. Sie nehmen heutzutage die Kunden mit einer Reihe von Veranstaltungen, Konzerten, Modenschauen, Schnellimbiss-Ketten wie McDonalds oder Burger King und Kinderhorten (damit die Eltern ungestört einkaufen können) für sich ein. Ausserdem kann man in ihnen essen, Sport treiben, einen Drink nehmen, ins Kino gehen, Kleidung oder Elektrogeräte kaufen, sich mit Freunden treffen... Ohne Zweifel sind die grossen Supermärkte die Hauptattraktion. Dorthin zieht es die Massen aufgrund der Werbung, der meist günstigen Parkplatzsituation und der bequemen Möglichkeit, alles Benötigte an einem Ort zu kaufen.

Die sehr modernen Einkaufszentren setzen neueste Technologien ein, um künstlich eine kulturell interessante Umgebung zu schaffen, die aus einer Architektur mit spezieller Beleuchtung, geregelter Temperatur, Rolltreppen usw. besteht. Im Gegensatz zu den früheren öffentlichen Plätzen, die eben allen gehörten, sind die Einkaufszentren meist in privater Hand.

Ein Grossteil der Touristen der Vereinigten Staaten nutzt dort auch die Gelegenheit eines Einkaufsbummels. Viele amerikanische Städte sind geradezu berühmt für ihre Einkaufszentren. Alabama, Arkansas, Illinois, Virginia, Minneapolis u.a. schaffen in ihnen oft eine exotisches und komfortables Ambiente mit Palmen, Springbrunnen usw. Entworfen werden diese Shopping Center von Architekten, Konstrukteuren, Marketing-Spezialisten, Wirtschaftlern, Ingenieuren, Innenarchitekten, Dekorateuren, Landschaftsmalern und Public Relation-Unternehmen. Es werden alle Typen von Geschäften kombiniert: Warenhäuser, Juweliere, Buchhandlungen, Restaurants, Boutiquen...

Das grösste Einkaufszentrum der Welt findet man in Kanada. Dort sind einer der grössten Freizeitparks der Welt, Aquaparks, ein Golfplatz, 800 Geschäfte, 11 Warenhäuser, 110 Hotels, eine Eislaufbahn, ein Religionszentrum, ein Hotel mit 360 Betten, Nachtclubs, Kinos und alle Arten von Unterhaltung vereinigt. Jetzt werden die neuen Zentren auch die Imax-Kinos, Kasinos und Themenbars wie z.B. das Hard Rock Café haben und High Tech-Videos und Cyberspace-Spiele anbieten.

In Lanzarote gibt es zur Zeit ein Shopping Center in Playa Honda. In nicht allzu ferner Zukunft werden ein weiteres im alten Teil von Puerto del Carmen und ein noch grösseres in Arrecife gebaut. Die kleinen Geschäftsleute protestieren dagegen, weil sie den Rückgang ihrer Geschäfte befürchten, aber das gleiche ist schon auf Gran Canaria und Teneriffa geschehen: Der grosse Fisch frisst den kleinen.

Es ist eine Tendenz festzustellen, dass der Handel sich immer mehr in den Einkaufszentren konzentriert. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten, da sie neben einer bequemen Einkaufssituation auch Geselligkeit und Unterhaltung bieten, Funktionen, die früher die öffentlichen Plätze übernahmen.

 
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