Jahrhundertelang waren die öffentlichen
Plätze Orte, an denen die Menschen sich trafen, sich
unterhielten, wo es kulturellen Austausch, Festivals oder
Paraden gab, wo man Sport trieb und wo sich auch der Handel
entwickelte. Diese Plätze waren die bevorzugten Aufenthaltsorte
der Menschen, so gibt es auch wunderschöne Plätze
in spanischen Städten wie z.B. Madrid und Salamanca,
die voller Historie und kulturellem und sozialem Leben sind.
In den letzten dreissig Jahren
jedoch sind verstärkt die sogenannten Einkaufszentren
eröffnet worden. Sie nehmen heutzutage die Kunden mit
einer Reihe von Veranstaltungen, Konzerten, Modenschauen,
Schnellimbiss-Ketten wie McDonalds oder Burger King und
Kinderhorten (damit die Eltern ungestört einkaufen
können) für sich ein. Ausserdem kann man in ihnen
essen, Sport treiben, einen Drink nehmen, ins Kino gehen,
Kleidung oder Elektrogeräte kaufen, sich mit Freunden
treffen... Ohne Zweifel sind die grossen Supermärkte
die Hauptattraktion. Dorthin zieht es die Massen aufgrund
der Werbung, der meist günstigen Parkplatzsituation
und der bequemen Möglichkeit, alles Benötigte
an einem Ort zu kaufen.
Die sehr modernen Einkaufszentren
setzen neueste Technologien ein, um künstlich eine
kulturell interessante Umgebung zu schaffen, die aus einer
Architektur mit spezieller Beleuchtung, geregelter Temperatur,
Rolltreppen usw. besteht. Im Gegensatz zu den früheren
öffentlichen Plätzen, die eben allen gehörten,
sind die Einkaufszentren meist in privater Hand.
Ein Grossteil der Touristen der
Vereinigten Staaten nutzt dort auch die Gelegenheit eines
Einkaufsbummels. Viele amerikanische Städte sind geradezu
berühmt für ihre Einkaufszentren. Alabama, Arkansas,
Illinois, Virginia, Minneapolis u.a. schaffen in ihnen oft
eine exotisches und komfortables Ambiente mit Palmen, Springbrunnen
usw. Entworfen werden diese Shopping Center von Architekten,
Konstrukteuren, Marketing-Spezialisten, Wirtschaftlern,
Ingenieuren, Innenarchitekten, Dekorateuren, Landschaftsmalern
und Public Relation-Unternehmen. Es werden alle Typen von
Geschäften kombiniert: Warenhäuser, Juweliere,
Buchhandlungen, Restaurants, Boutiquen...
Das grösste Einkaufszentrum
der Welt findet man in Kanada. Dort sind einer der grössten
Freizeitparks der Welt, Aquaparks, ein Golfplatz, 800 Geschäfte,
11 Warenhäuser, 110 Hotels, eine Eislaufbahn, ein Religionszentrum,
ein Hotel mit 360 Betten, Nachtclubs, Kinos und alle Arten
von Unterhaltung vereinigt. Jetzt werden die neuen Zentren
auch die Imax-Kinos, Kasinos und Themenbars wie z.B. das
Hard Rock Café haben und High Tech-Videos und Cyberspace-Spiele
anbieten.
In Lanzarote gibt es zur Zeit
ein Shopping Center in Playa Honda. In nicht allzu ferner
Zukunft werden ein weiteres im alten Teil von Puerto del
Carmen und ein noch grösseres in Arrecife gebaut. Die
kleinen Geschäftsleute protestieren dagegen, weil sie
den Rückgang ihrer Geschäfte befürchten,
aber das gleiche ist schon auf Gran Canaria und Teneriffa
geschehen: Der grosse Fisch frisst den kleinen.
Es ist eine Tendenz festzustellen,
dass der Handel sich immer mehr in den Einkaufszentren konzentriert.
Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten, da sie neben
einer bequemen Einkaufssituation auch Geselligkeit und Unterhaltung
bieten, Funktionen, die früher die öffentlichen
Plätze übernahmen.