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Der Tourismus und die wirtschaftliche Situation   März 2002
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Der Tourismus war bisher eine der wesentlichen Einkommensquellen der spanischen Wirtschaft. Das touristische Phänomen begann mit Macht in den Siebzigern: Spanien war ein attraktives Urlaubsland durch seine Sonne, Strände, Kultur, Gastronomie zu Niedrigpreisen und die Gastfreundlichkeit der Spanier.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2001 war das weltweite touristische Wachstum geringer als im selben Zeitraum des Vorjahres. Aber ohne Zweifel wurde die weltweite Wirtschaft durch die Ereignisse des 11. Septembers in den USA noch mehr eingefroren. Die Nachfrage nach Flugreisen ging drastisch zurück. Viele Fluglinien erlitten beträchtliche Verkaufseinbußen und einige verschwanden ganz vom Markt, da sie den wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht mehr gewachsen waren. Dies gab es in der Geschichte bisher nur zu Zeiten der Ölkrise Mitte der Siebziger. Die Tourismuszahlen weltweit nahmen rapide ab und die Urlauber machten erstmal lieber Urlaub im eigenen Land. Auch andere wirtschaftliche Probleme wie die Maul- und Klauenseuche, der starke Dollar, der Nahostkonflikt oder die Krise in Argentinien nahmen Einfluss auf die Weltwirtschaft und damit auf den Tourismus.

Trotz allem hat Spanien seine Position als weltweit zweitgrößtes Urlaubsland mit jährlich 49,5 Millionen Touristen gefestigt. Es war und ist ein sicheres, politisch stabiles und wettbewerbsfähiges Land und hat so von den Krisen in Nordafrika und dem Einbruch der Transatlantiklinien profitiert.

Obwohl die spanische Tourismusindustrie gesund ist, sollte man Vorsicht walten lassen, da die Reservierungen der Reiseveranstalter sich verlangsamen. Die europäischen Urlauber – besonders die Briten und Deutschen (unsere häufigsten Kunden auf den Kanaren) – die früher ihre Ferien schon sechs Monate im voraus buchten, haben ihre Gewohnheiten geändert und einen ganzen Sektor in Unsicherheit gestürzt. Die Hoteliers sind gezwungen, ihre Organisation zu ändern und auf der anderen Seite droht dadurch eine Situation, dass die Reiseveranstalter von Zahlungsschwierigkeiten geplagt werden und diese Anspannung auf dem Rücken der Hoteliers abladen und einen Preiskrieg einleiten, den wir bisher noch nicht haben – aber man weiß nicht, ob er bald beginnen wird. Wenn die Preise fallen, sinkt auch der Service und es beginnt ein Teufelskreis für die touristischen Unternehmer. Vielleicht ist die Angst vor Arbeitslosigkeit der Hauptgrund in Ländern wie Deutschland und Großbritannien, welcher die Zahl der Reservierungen im Vergleich zu den Vorjahren sinken lässt.

Der Sommer kann stürmisch werden. Alles wird von der wirtschaftlichen Entwicklung Europas abhängen. Die Reservierungen der Reiseveranstalter sind um 15 bis 20% im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dennoch vertraut man auf Last-Minute-Buchungen.

Die Welttourismusorganisation hat das Jahr 2002 zu einem schwierigen Jahr für den weltweiten Tourismus erklärt, in dem im günstigsten Fall ein Nullwachstum zu erwarten ist.

Dennoch hat Spanien sich nicht nur als ein günstiger und wettbewerbsfähiger Markt gefestigt, sonder auch als ein modernes und fortschrittliches Urlaubsziel. Nur dadurch wird es auch für den Urlauber mit größerer Kaufkraft attraktiv. Man muss die Renovierung und Modernisation der Hotels und Appartmentanlagen vorantreiben und, was sehr wichtig ist, auch die Fortbildung des Personals. Auch muss das touristische Angebot breiter gefächert werden wie z. B. Landtourismus, Kultur - , Sport - , etc.

Trotz dieser eher schlechten Aussichten in diesem Artikel hofft man, das sich die Dinge in der zweiten Hälfte des Jahres ändern und das Vertrauen in das Reisen wiedererlangt wird. In dieser Hinsicht ist es unablässlich, die Entwicklung der amerikanischen und vor allem europäischen Wirtschaft zu beobachten, da diese als wesentliche Motoren des Welttourismus Spanien und die Kanaren am meisten beeinflussen.

 
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