Der Tourismus war bisher eine der
wesentlichen Einkommensquellen der spanischen Wirtschaft.
Das touristische Phänomen begann mit Macht in den Siebzigern:
Spanien war ein attraktives Urlaubsland durch seine Sonne,
Strände, Kultur, Gastronomie zu Niedrigpreisen und die
Gastfreundlichkeit der Spanier.
In den ersten acht Monaten des Jahres
2001 war das weltweite touristische Wachstum geringer als
im selben Zeitraum des Vorjahres. Aber ohne Zweifel wurde
die weltweite Wirtschaft durch die Ereignisse des 11. Septembers
in den USA noch mehr eingefroren. Die Nachfrage nach Flugreisen
ging drastisch zurück. Viele Fluglinien erlitten beträchtliche
Verkaufseinbußen und einige verschwanden ganz vom
Markt, da sie den wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht
mehr gewachsen waren. Dies gab es in der Geschichte bisher
nur zu Zeiten der Ölkrise Mitte der Siebziger. Die
Tourismuszahlen weltweit nahmen rapide ab und die Urlauber
machten erstmal lieber Urlaub im eigenen Land. Auch andere
wirtschaftliche Probleme wie die Maul- und Klauenseuche,
der starke Dollar, der Nahostkonflikt oder die Krise in
Argentinien nahmen Einfluss auf die Weltwirtschaft und damit
auf den Tourismus.
Trotz allem hat Spanien seine Position
als weltweit zweitgrößtes Urlaubsland mit jährlich
49,5 Millionen Touristen gefestigt. Es war und ist ein sicheres,
politisch stabiles und wettbewerbsfähiges Land und
hat so von den Krisen in Nordafrika und dem Einbruch der
Transatlantiklinien profitiert.
Obwohl die spanische Tourismusindustrie
gesund ist, sollte man Vorsicht walten lassen, da die Reservierungen
der Reiseveranstalter sich verlangsamen. Die europäischen
Urlauber – besonders die Briten und Deutschen (unsere
häufigsten Kunden auf den Kanaren) – die früher
ihre Ferien schon sechs Monate im voraus buchten, haben
ihre Gewohnheiten geändert und einen ganzen Sektor
in Unsicherheit gestürzt. Die Hoteliers sind gezwungen,
ihre Organisation zu ändern und auf der anderen Seite
droht dadurch eine Situation, dass die Reiseveranstalter
von Zahlungsschwierigkeiten geplagt werden und diese Anspannung
auf dem Rücken der Hoteliers abladen und einen Preiskrieg
einleiten, den wir bisher noch nicht haben – aber
man weiß nicht, ob er bald beginnen wird. Wenn die
Preise fallen, sinkt auch der Service und es beginnt ein
Teufelskreis für die touristischen Unternehmer. Vielleicht
ist die Angst vor Arbeitslosigkeit der Hauptgrund in Ländern
wie Deutschland und Großbritannien, welcher die Zahl
der Reservierungen im Vergleich zu den Vorjahren sinken
lässt.
Der Sommer kann stürmisch werden.
Alles wird von der wirtschaftlichen Entwicklung Europas
abhängen. Die Reservierungen der Reiseveranstalter
sind um 15 bis 20% im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.
Dennoch vertraut man auf Last-Minute-Buchungen.
Die Welttourismusorganisation hat das
Jahr 2002 zu einem schwierigen Jahr für den weltweiten
Tourismus erklärt, in dem im günstigsten Fall
ein Nullwachstum zu erwarten ist.
Dennoch hat Spanien sich nicht nur als
ein günstiger und wettbewerbsfähiger Markt gefestigt,
sonder auch als ein modernes und fortschrittliches Urlaubsziel.
Nur dadurch wird es auch für den Urlauber mit größerer
Kaufkraft attraktiv. Man muss die Renovierung und Modernisation
der Hotels und Appartmentanlagen vorantreiben und, was sehr
wichtig ist, auch die Fortbildung des Personals. Auch muss
das touristische Angebot breiter gefächert werden wie
z. B. Landtourismus, Kultur - , Sport - , etc.
Trotz dieser eher schlechten Aussichten
in diesem Artikel hofft man, das sich die Dinge in der zweiten
Hälfte des Jahres ändern und das Vertrauen in
das Reisen wiedererlangt wird. In dieser Hinsicht ist es
unablässlich, die Entwicklung der amerikanischen und
vor allem europäischen Wirtschaft zu beobachten, da
diese als wesentliche Motoren des Welttourismus Spanien
und die Kanaren am meisten beeinflussen.