In den Jahren 1995 bis 2001 wurden
in Spanien mehr als drei Millionen Wohnungen gebaut. Die Hälfte
davon in Küstengebieten. Sowohl Spanier als auch die
Einwohner der anderen europäischen Länder suchen
Sonne und Strand, sei es, um den Urlaub zu genießen
oder aber um dort den Lebensabend zu verbringen. Jedoch hat
die Unsicherheit nach den Ereignissen vom September 2001 dazu
geführt, dass zukünftige Investoren genau überlegen,
bevor sie in spanische Immobilien investieren.
Das Urlaubsgebiet Kanarische Inseln ist im Wesentlichen
von zwei vorherrschenden Urlaubernationen abhängig:
Deutschen und Engländern. Deutschland erleidet zur
Zeit einen wirtschaftlichen Abschwung oder anders gesagt
ein Negativwachstum. Dies hat direkte Auswirkungen auf den
Tourismus, der aus diesem Land auf die Kanaren kommt. Im
Gegensatz dazu ist England wirtschaftlich gesehen auf gutem
Wege und die Statistiken sagen gleichbleibende Besucherzahlen
voraus. Sie prognostizieren sogar, dass die Wirtschaft im
Verlauf des Jahres leicht angekurbelt wird.
In diesem Jahr fragt man sich, ob der Immobiliensektor
und somit Hauptsektor für touristische Investitionen,
sich weiter so verhält, wie in den Vorjahren. Aber
analysieren wir vorher einige Aspekte:
1. Die Volkswirtschaften einzelner Länder
ist miteinander verflochten, d. h. was sich wirtschaftlich
in Deutschland oder England abspielt, hat schnell auch Auswirkungen
auf die Kanaren.
2. Der Wirtschaftszweig Tourismus wird
weiter wachsen, aber die wirtschaftliche Umwälzung
der Stammländer wie z. B. Deutschland könnte dazu
führen, dass die Urlauberqualität sinkt, wenn
die Preise sinken. Dies wiederum führt zu einem schlechten
Image.
3. Die Reiseveranstalter versuchen zur
Zeit die Preise nach unten zu drücken, was zu einer
Senkung der Rentabilität führt.
4. Die sog. Last-Minute-Reisen liegen
im Trend, was eine Planung erschwert.
5. Spanien und die Kanarischen Inseln
besitzen einen wichtigen Immobilienmarkt für Zweitwohnsitze
für Deutsche, Engländer und andere Europäer.
Im Jahre 2002 hat man aus den folgenden Gründen
einen Rückgang für diesen Markt vorhergesagt:
1. Die nationale Nachfrage hat den Gipfel
erreicht.
2. Das zu hohe Preisniveau
3. Eine wirtschaftliche Verlangsamung
in Europa, die den größten Teil der geplanten
Investitionen für Ferienhäuser bis zum Jahre 2003
verzögern wird.
Es besteht jedoch nach wie vor die klare Tendenz zum Urlaub
in Privatunterkünften anstatt im Hotel. Dies sieht
man am besten in spanischen Urlaubsregionen, wie z. B. der
Costa del Sol, wo im letzten Jahr die Anzahl der privat
untergebrachten Urlauber die der Hotelgäste überstieg.
Der Euro erlaubt nun den Zentraleuropäern den direkten
Preisvergleich spanischer Häuser mit den Preisen in
ihrem Land und sie können feststellen, dass Spanien
im Preis-Leistungsverhältnis noch immer günstig
ist. Im Vergleich mit Immobilienpreisen der Toskana oder
Côte d´Azur schneidet Spanien immer noch besser
ab.
Außerdem muss man berücksichtigen, dass der
Immobilienmarkt in Spanien nicht nur durch den wirtschaftlichen
Wohlstand, den das Land durchlebte und noch durchlebt, belebt
wurde sondern auch dadurch, dass der Steuersatz, den man
nun bezahlt wesentlich geringer ist als der Prozentsatz,
der noch vor 10 Jahren entrichtet wurde. Damals war der
Immobilienmarkt nur für die obereste Gesellschaftsschicht
reserviert.
Die Preise für Neubauten wuchsen in Spanien zwischen
Juni 1999 und Juni 2000 (laut einem Bericht der Immobilienberatung
TINSA) im Durchschnitt um 14% und lagen bei ca. 164.300
Peseten (987 Euro)pro Quadratmeter. Auf den Kanaren stiegen
die Preise hingegen durchschnittlich um 22%. Ein weiterer
Grund für eine Preissteigerung auf den Kanaren war
die Knappheit von Bauland, besonders in Tourismusgebieten.
Außerdem wurde der Markt durch das sogenannte Moratorium
(die Regierung will die touristische Aktivität stoppen)
verlangsamt. Und die sogenannte RIC (Reserva para Inversiones
en Canarias – Investitionsrücklagen auf den Kanaren
oder Reinvestition der Unternehmensgewinne auf den Kanarischen
Inseln quasi ohne Steuern zu bezahlen) führt dazu,
dass viele Unternehmen Immobilien für den Tourismusmarkt
bauen, um ihre Gewinne zu reinvestieren, da sie andernfalls
35% Steuern zahlen müssten.
Zusammenfassend kann man sagen, dass man besonders in der
ersten Hälfte des Jahres 2002 Vorsicht auf dem Immobilienmarkt
walten lassen sollte, da nicht absehbar ist, wohin dieser
führt. Vielleicht gibt es Mitte des Jahres Investoren,
die ihre Hypotheken nicht mehr zahlen können und der
Moment für ein Schnäppchen wäre günstig.
Aber leider weiss man nie, was passieren wird, denn in der
Wirtschaft gibt es ein ständiges Auf und Ab.