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Versteckter Reichtum   August 2002
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Die neue europäische Währung hat dazu beigetragen, dass größere Geldmengen aufgetaucht sind, die bislang nicht versteuert wurden. Das spanische Finanzamt hat nun die Aufgabe, diese unversteuerten Gelder aufzuspüren. Dennoch existiert weiterhin in allen europäischen Ländern die sog. Schattenwirtschaft. Vor allem in den folgenden Bereichen wird versucht, der Steuerkontrolle zu entfliehen:

1. Einkommen nicht illegale Arbeitnehmer:

Das Einwanderungsphänomen hat dazu geführt, das viele Personen „ohne (Arbeits)Papiere“ heimlich arbeiten und ihr Einkommen weder beim Finanzamt noch bei der Sozialversicherung angeben. Dies hat jedoch zur Folge, dass:

a. weder die illegalen Arbeiter noch die Unternehmer, die sie einstellen, Sozialversicherung zahlen
b. keine Einkommensteuer beim Finanzamt enrichtet wird
c. in der Regel diese Personen ein geringeres Einkommen erhalten und damit im unlauteren Wettbewerb zu den Personen und Unternehmen stehen, die legal arbeiten
d. sie weder Arbeitsschutz noch Sozialversicherung haben
e. im Falle eines Arbeitsunfalls der Unternehmer, der diese Personen beschäftigt, mit Strafen bis hin zu Gefängnis belegt werden kann.

2. Einkommen nicht ansässiger natürlicher Personen:

Viele ausländische Besitzer von Grundeigentum in Spanien zahlen weder in Spanien noch in ihrem eigenen Land für das Einkommen, das dieses Eigentum hervorbringt. Man denke an die Ausländer, die ihr Eigentum nur für bestimme Zeit selbst nutzen und für den Rest des Jahres vermieten, z. B. durch eine Agentur oder über das Internet. Aber dieses Einkommen ist leicht aufzuspüren:

a. Das Finanzamt konzentriert sich mittlerweile auf wirtschaftliche Tätigkeiten im Internet, wie z. B. Werbung für Ferienwohungen etc.
b. Durch den Verbrauch von Strom und Wasser lässt sich feststellen, ob vermietet wurde oder nicht.
c. Beim Grundbuchamt lässt sich ohne weiteres der Eigentümer feststellen. Zu diesem Register hat jeder Zugang, ob Steuerprüfer oder nicht.
d. Auch die Rathäuser (Ayuntamientos) führen ein Register über die Immobilien und deren Eigentümer. Viele Eigentümer wissen nicht einmal, dass sie jährlich lokale Steuern an die Gemeinde zu entrichten haben.

3. Steuerparadiese:

Die spanische Steuerbehörde setzt zur Zeit auf die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern im Kampf gegen die sogenannten Steuerparadiese und die dort verborgenen Gelder. Eine Untersuchung in sieben Ländern der Europäischen Union hat gezeigt, dass der Anteil der Schattenwirtschaft bei etwa 15% liegt. In einigen Ländern wie Spanien oder Italien liegt der Prozentsatz sogar zwischen 15% und 20%. Daher konzentrieren die Steuerbehörden ihre Nachforschungen auf die Fälle, bei denen nicht versteuerte Gelder in die Wirtschaft eingschleust wurden. Dazu ist eine internationale Zusammenarbeit notwendig, die auf dem Austausch von Informationen basiert, um eine mögliche Steuerhinterziehung aufzudecken.Außerdem wird diesbezüglich an einer europaweit einheitlichen Gesetzgebung gearbeitet.

4. Versteckte Tätigkeiten:

Viele Unternehmen versteuern beim Finanzamt nur einen Teil der erzielten Einnahmen. Das Finanzamt ist sich aber der Entwicklung des Internets und der wirtschaftlichen Möglichkeiten bewusst. Die Verbreitung des „E-Commerce“ hat dazu geführt, dass die Inspektoren auch auf den internationalen Austausch von Waren und Service aufmerksam wurde.

5. Mehrwertsteuerbetrug:

Die Mehrwertsteuer (IVA), die auf den Kanarischen Inseln in der besonderen Form der IGIC vorliegt, hat auch dazu beigetragen, einen Großteil der nicht versteuerten Einnahmen besonders in der Tourismusbranche aufzudecken. Es wurde das Austauschsystem VIES (VAT Interchange European System) entwickelt, um hier der Steuervermeidung entgegen zu wirken.

Zusammenfassung: Die spanischen Steuerbehörden befinden sich zur Zeit in einem Stadium der Modernisierung und versuchen nicht nur innerhalb der spanischen Grenzen gegen die sog. Schattenwirtschaft vorzugehen, sondern suchen dafür auch die Zusammenarbeit mit den entspr

 
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