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Spanien und der Irakkrieg   April 2003
 
José Luis Hernández Socorro Curriculo
Ökonom. Direktor von Gestiones.com
 
Eine Zusammenfassung der Kriegsfolgen.

Humanitäres Desaster und Wiederaufbau im Irak. Die Industrieländer müssen nun dazu beitragen, das unter der irakischen Bevölkerung angerichtete humanitäre Desaster einzudämmen. In diesem Krieg haben nicht nur viele Unschuldige ihr Leben gelassen,sondern er hat auch das Land total zerstört.

Kriegskosten: Hier kommt die Frage auf, wer die Kosten für diesen Krieg trägt. Die Vereinigten Staaten haben enorme Ausgaben (mehr als 100 Milliarden Dollar), die sie auf die eine oder andere Art wieder einnehmen möchten. Wie es scheint sind sowohl die Weltbank als auch der Internationale Währungsfonds (IWF) für den Wiederaufbau im Irak bereit, aber es ist klar, dass die USA die Kriegskosten gern auf mehrere Länder verteilen möchte.

Wirtschaft im Irak: Der Wiederaufbau im Irak ist ein Geschäft für die daran beteiligten Länder. Die spanische Regierung ist der Meinung, dass Spanien aufgrund seiner Unterstützung in diesem Krieg wirtschaftlich der drittgrößte Anteil am Wiederaufbau Iraks zustehe.

Beziehung der Staaten untereinander: Durch die im Golfkrieg eingenommenen Positionen entstand ein tiefer Bruch zwischen den USA und den sieben Mächtigen wie Deutschland oder Frankreich. Dadurch könnte in wirtschaftlicher Hinsicht eine wohlwollende Zusammenarbeit gefährdet werden, was wiederum Auswirkungen auf die Finanzmärkte hätte.

Politische Auswirkungen: Was die spanische Bevölkerung von der Beteiligung am viel diskutierten Golfkrieg hält, bleibt abzuwarten. Am 25. Mai werden wir sehen, wie die Wähler zu dieser Entscheidung der Regierung stehen.

Erdöl: Viele sind der Meinung, dass das eigentliche Interesse der USA dem Öl auf irakischem Territorium galt. Daher kann man denken, dass die Vereinigten Staaten mit irakischem Öl ihre Kosten decken. Um den 10. April kostete ein Barrel Öl ca. 24 Dollar.

Tourismus: Auf den Kanarischen Inseln sieht die Belegung der Hotelanlagen zur Zeit positiv aus, da sich aufgrund des Krieges einige Umbuchungen aus anderen Zonen ergeben haben. Im Gegensatz dazu profitieren die Balearen nicht von einer Mehrbelegung, denn hier liegen die Reservierungen unter denen des Vorjahres. Zu den Reservierungen für den Sommer läßt sich noch nichts sagen. Letztendlich wird das offizielle Ende des Irakkrieges ausschlaggebend sein, denn die Urlauber werden aus psychologischen Gründen keine feste Reservierung wagen. Der weltweite Tourismusmarkt durchlebt zur Zeit eine Phase extrem schwacher Nachfrage, welche in diesem Jahr starke Auswirkungen auf die Hotel- und Transportbetriebe, sowie Reiseveranstalter haben wird. Für Spanien heißt das, das die Reservierungen beträchtlich abgenommen haben. Das Minus liegt zwischen 10% und 20%. Die Hotels melden eine Abnahme von 10% bis 15% und auf den Balearen beträgt das Minus sogar bis 25%. Dies resultiert jedoch nicht allein aus Kriegsanst oder aus Furcht vor asiatischen Krankheiten. Die Abschwächung der Wirtschaft in Europa hat bereits den Zustrom der britischen, deutschen und französischen Urlauber nach Spanien gebremst. Der spanische Markt spürt den starken Wettbewerb anderer touristischer Ziele im Mittelmeer, Zentral- oder Osteuropa (Krotatien, Mazedonien, Bulgarien) mit günstigen Preisen und vergleichbarer Qualität in den angebotenen Leistungen.

Im Kanarischen Parlament wurde in diesem Monat ein Gesetz verabschiedet, dass in den nächsten drei Jahren die Ausstellung neuer Lizenzen für Tourismusbetriebe verbietet.

Die spanische Tourismussektor braucht umfangreiche Reformen: Dies sollten eine verbesserte Ausbildung des Fachpersonals, Renovierung der Hotelanlagen, umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur des Gebiets und wirkliche Förderung des Kulturtourismus sein.

Konjunkturabschwung: Die Europäische Komission hat die Wachstumsprognose für die Eurozone (alle EU-Mitglieder bis auf Schweden, Dänemark und das Vereinigte Königreich) für 2003 auf 1% herabgesetzt.

 
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