Eine Zusammenfassung der Kriegsfolgen.
Humanitäres Desaster und Wiederaufbau im Irak. Die
Industrieländer müssen nun dazu beitragen, das
unter der irakischen Bevölkerung angerichtete humanitäre
Desaster einzudämmen. In diesem Krieg haben nicht nur
viele Unschuldige ihr Leben gelassen,sondern er hat auch
das Land total zerstört.
Kriegskosten: Hier kommt die Frage auf,
wer die Kosten für diesen Krieg trägt. Die Vereinigten
Staaten haben enorme Ausgaben (mehr als 100 Milliarden Dollar),
die sie auf die eine oder andere Art wieder einnehmen möchten.
Wie es scheint sind sowohl die Weltbank als auch der Internationale
Währungsfonds (IWF) für den Wiederaufbau im Irak
bereit, aber es ist klar, dass die USA die Kriegskosten
gern auf mehrere Länder verteilen möchte.
Wirtschaft im Irak: Der Wiederaufbau im
Irak ist ein Geschäft für die daran beteiligten
Länder. Die spanische Regierung ist der Meinung, dass
Spanien aufgrund seiner Unterstützung in diesem Krieg
wirtschaftlich der drittgrößte Anteil am Wiederaufbau
Iraks zustehe.
Beziehung der Staaten untereinander: Durch
die im Golfkrieg eingenommenen Positionen entstand ein tiefer
Bruch zwischen den USA und den sieben Mächtigen wie
Deutschland oder Frankreich. Dadurch könnte in wirtschaftlicher
Hinsicht eine wohlwollende Zusammenarbeit gefährdet
werden, was wiederum Auswirkungen auf die Finanzmärkte
hätte.
Politische Auswirkungen: Was die spanische
Bevölkerung von der Beteiligung am viel diskutierten
Golfkrieg hält, bleibt abzuwarten. Am 25. Mai werden
wir sehen, wie die Wähler zu dieser Entscheidung der
Regierung stehen.
Erdöl: Viele sind der Meinung, dass das eigentliche
Interesse der USA dem Öl auf irakischem Territorium
galt. Daher kann man denken, dass die Vereinigten Staaten
mit irakischem Öl ihre Kosten decken. Um den 10. April
kostete ein Barrel Öl ca. 24 Dollar.
Tourismus: Auf den Kanarischen Inseln
sieht die Belegung der Hotelanlagen zur Zeit positiv aus,
da sich aufgrund des Krieges einige Umbuchungen aus anderen
Zonen ergeben haben. Im Gegensatz dazu profitieren die Balearen
nicht von einer Mehrbelegung, denn hier liegen die Reservierungen
unter denen des Vorjahres. Zu den Reservierungen für
den Sommer läßt sich noch nichts sagen. Letztendlich
wird das offizielle Ende des Irakkrieges ausschlaggebend
sein, denn die Urlauber werden aus psychologischen Gründen
keine feste Reservierung wagen. Der weltweite Tourismusmarkt
durchlebt zur Zeit eine Phase extrem schwacher Nachfrage,
welche in diesem Jahr starke Auswirkungen auf die Hotel-
und Transportbetriebe, sowie Reiseveranstalter haben wird.
Für Spanien heißt das, das die Reservierungen
beträchtlich abgenommen haben. Das Minus liegt zwischen
10% und 20%. Die Hotels melden eine Abnahme von 10% bis
15% und auf den Balearen beträgt das Minus sogar bis
25%. Dies resultiert jedoch nicht allein aus Kriegsanst
oder aus Furcht vor asiatischen Krankheiten. Die Abschwächung
der Wirtschaft in Europa hat bereits den Zustrom der britischen,
deutschen und französischen Urlauber nach Spanien gebremst.
Der spanische Markt spürt den starken Wettbewerb anderer
touristischer Ziele im Mittelmeer, Zentral- oder Osteuropa
(Krotatien, Mazedonien, Bulgarien) mit günstigen Preisen
und vergleichbarer Qualität in den angebotenen Leistungen.
Im Kanarischen Parlament wurde in diesem Monat ein Gesetz
verabschiedet, dass in den nächsten drei Jahren die
Ausstellung neuer Lizenzen für Tourismusbetriebe verbietet.
Die spanische Tourismussektor braucht umfangreiche Reformen:
Dies sollten eine verbesserte Ausbildung des Fachpersonals,
Renovierung der Hotelanlagen, umfangreiche Investitionen
in die Infrastruktur des Gebiets und wirkliche Förderung
des Kulturtourismus sein.
Konjunkturabschwung: Die Europäische
Komission hat die Wachstumsprognose für die Eurozone
(alle EU-Mitglieder bis auf Schweden, Dänemark und
das Vereinigte Königreich) für 2003 auf 1% herabgesetzt.